KarmaDeva - Disgrace

Dummerweise geht es diesem Wave-Revival nicht anders als den anderen Recyclingstrends: Wer diesen Sound schon früher nicht mochte, der dürfte auch Schwierigkeiten mit der Neuauflage haben. Wem es also beim Anblick ärmelhochgekrempelter, schwarz gefärbter Düstersänger mit verträumt in die Ferne schweifendem Blick und extremer Leidfähigkeit schon in den 80-ern die Gel-gestärkten Strubbelfrisuren aufstellte, der wird Schwierigkeiten mit dem Stil von KarmaDeva haben.
Zum Namen: Das Wortspiel aus dem indischen Gott der Liebe, Kamadiva und KaRma, hat eindeutig Stil, wenn auch eher einen esoterischen als wavigen. Auch der Eighties-Style der Sängerin: Wayfarer-Brille, Leggins in ihrer ätzendsten Ausführung, Chrissie-Hynde-Frisur, ist konsequent. Gegründet wurde die Band von eben jener Frontfrau, JJ Stanness, und ihre Stimme wird - eher zu Unrecht - gerne mit der von Patti Smith verglichen. Die Band selbst bezeichnet ihren Sound als coolen, erbarmungslosen, von Postpunk inspirierten, aber funky angehauchten, dunklen Gothic. Andere behaupten, das Ganze klänge wie "Siouxie meets the Doors". Nun ja. Es ist eher dunkler, poetischer Wave, der ziemlich nervt und der Frontfrau ein zu großes Spektrum bietet, das sie mit Jodelorgien, Kopfstimmen-Exzessen und dunklen Bekenntnissen füllt. Fein hingegen sind die zwei Gitarren, elektrisch und akustisch, auch wenn sie extrem an den 80-ern entlang schrubben und an The Edge kratzen. Trotzdem: Insgesamt leistet die Band ordentliche Arbeit, arbeitet bis zum Schluss spannend, zitiert gekonnt und bleibt unglaublich konsequent im Moll.
Bewertung: akzeptabel
KarmaDeva
| Titel: | "Disgrace" |
|---|---|
| Label: | Horus Music |
| Vertrieb: | Cargo |
| Erscheinungstermin: | 01.08.2008 |
| EAN-Code: | 5065001127243 |
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